Palitzsch

See you, see me.

Zeitungen in Comics

Es gibt viele Themen, die in Comics Eingang finden. Im Comic hat sich eine eigene Formensprache entwickelt, da das Medium besonders auf bildhafte Symbole angewiesen ist.
dagobertVerschiedene Ebenen der einzelnen Bilder, wie Figuren und Hintergründe, aber auch unterschiedliche Figuren, können dabei verschieden stark abstrahiert werden. Zeitungen in Comics tauchen immer wieder auf.

Die Einbindung des Mediums Zeitung in das Medium Comic kann aus ganz unterschiedlichen Gründen erfolgen. Blitz der Zeitungsjunge war eine eigene Piccolo-Serie im legendären Walter Lehning Verlag und in der Reihe Lucky Luke wurde dem Daily Star 1985 mit Band 45 eine ganze Geschichte auf 46 Seiten gewidmet. Sehr viele Veränderungen hat der Daily Planet aus der Reihe Superman hinter sich. In Heft Nummer 1 vom September 1966 wird die Geschichte erzählt, wie Clark Kent zum Reporter wurde und in Superman Unchained vom März 2014 kann man die Zeitung auf einem freischwebenden Hologramm lesen. Daneben gibt es noch eine ganze Reihe anderer Beispiele, wo Zeitungen in Comic eine Rolle spielen.
Ein Überblick mit Bildergalerie:

Jeff Jordan

Ein Schmuckstück der belgischen Comic-Schule im 1950er-Jahre-Ambiente. Die Serie des belgischen Comic-Zeichners und -Autors Maurice Tillieux handelt von einem Privatdetektiv, der mit seinem Team äußerst vertrackte Kriminalfälle aufklärt, die von der Polizei nicht gelöst werden können. Im ersten Band aus dem Jahre 1984 mit dem Titel Teddy zieht Leine wird zur Zeitung gegriffen. Teddy ist der Partner von Jeff, dem dieser einen Zeitungsartikel über Kokainschmuggel als Lektüre ans Herz legt.

Tim und Struppi

Tim ist zwar Reporter, gleichwohl muss man bis zum dritten Album mit dem Titel Die sieben Krustallkugeln warten, bis der Reporter dann selbst mal zur Zeitung greift. Dies tut er in einem Zug und gleich auf den ersten drei Szenen des 1988 erschienen Albums.

Blitz der Zeitungsjunge

Dieser Comic erschien ab 1955 im Piccoli-Format unter dem Titel Blitz, der Zeitungsjunge wie Akim und Fulgor im Walter Lehning Verlag. Die Serie stammt von dem italienischen Comiczeichner Augusto Pedrazza. Neben Fulgor, das in Italien unter dem Originaltitel Joe Bolide erschien, und Akim wurde auch Pierino Atom auf deutsch veröffentlicht.

Donald Duck

Donald Duck ist eine Comic- und Zeichentrickfilm-Figur aus dem US-amerikanischen Disney-Studio.

Sie hat die Gestalt einer anthropomorphen Ente, ihr vollständiger Name lautet Donald Fauntleroy Duck.

Donald Duck und seine erträumte Schlagzeile.

Donald Duck und seine erträumte Schlagzeile.

Der legendäre Comic-Zeichner Carl Barks hat unzähliche Duck-Serien gezeichnet, die gesammelt unter dem Titel Barks Library ab 1993 bei Ehapa in deutscher Sprache erschienen sind. Nein: Donald Duck ist kein großer Zeitungsleser, in der ersten Nummer träumt er auf Seite 17 aber von einer – der Entenhausener Kurier trägt die Schlagzeile DONALD DUCK FÄNGT GORILLA.

Blake und Mortimer

Die Geschichten um den Hauptmann Francis Blake vom britischen Secret Service und den Atomwissenschaftler Professor Philip Mortimer gehören zu den unbestrittenen Meisterwerken europäischer Comic-Kultur. An erzählerischer Glaubwürdigkeit und atmosphärischer Dichte sind die Arbeiten von Edgar P. Jacobs bis auf den heutigen Tag unübertroffen. Vor allem Mortimer ist ein eifriger Leser – auch von Zeitungen. Im ersten Abenteuer mit dem Titel das Geheimnis der großen Pyramide wird auf der vorletzten Seite ein großes Zeitungsblatt gezeigt, im Bild davor liest Mortimer daraus – mit der obligatorischen Pfeife im Mund.

Gaston

Gaston ist die größte Katastrophe, seit es Comics gibt. Mit seinen aberwitzigen Ideen und Erfindungen bringt er die gesamte Redaktion eines Comic-Verlages regelmäßig an den Rand des Nervenzusammenbruchs und wichtige Verträge zum Platzen. Die skurrilen Eskapaden des chaotischen Redaktionsboten aus der Feder des belgischen Ausnahmezeichners André Franquin sind in ihrem Witz und ihrer überbordenden Fantasie eine unerreichte Sternstunde des europäischen Comics. Wer wissen will, wie es in einer Redaktion tatsächlich zugeht, muss Gaston lesen, erschienen bei Carlsen. 

Lucky Luke

Der Daily Star ist zwar eine britische Boulevardzeitung, die seit dem 2. November 1978 erscheint. Für Lucky Luke wurde der Zeitungstitel aber kurzerhand in den Wilden Westen verlegt.

Lucky Luke, Nummer 45: ein ganzes Heft für den Daily Star.

Lucky Luke, Nummer 45: ein ganzes Heft für den Daily Star.

Schon im ersten Band, der die Nummer 15 und den Titel Die Postkutsche trägt, greift der Held zu einer Zeitung, die in großen Lettern auf eine Postkutsche von Wells Fargo mit Goldladung hinweist. Die erste Ausgabe aus dem Jahre 1977, erschienen im Stuttgarter Delta Verlag, zeigt Lucky Luke noch mit Zigarette im Mund. Dem Raucher wurde die Zigarette später durch einen Srohhalm ersetzt. Um eine ganze Zeitungsausgabe mit dem Titel Der Daily Star handelt es sich bei Nummer 45 aus dem Jahre 1985.

Superman

Im Alltag arbeitet Superman für den Daily Planet, die wichtigste Zeitung seiner Heimatstadt Metropolis, ein Synonym für „die Großstadt“, was ihm die Möglichkeit bietet, gleich an Ort und Stelle zu sein, wenn er gebraucht wird. Ebenso berühmt wie der Mann aus Stahl ist seine Kollegin beim Daily Planet, Lois Lane, die ihn zwar anhimmelt, aber von seinem vermeintlich tollpatschigen Alter Ego Clark Kent nichts wissen will. In Heft Nummer 1 der deutschsprachigen Ausgabe aus dem Jahre 1966 bekommt der Leser einen Einblick in die Planeten-Rundschau, in einer der vielen nachfolgende Serien, wie etwa in der Nummer 1 von Superman Unchained aus dem Jahre 2014 hat sich der Daily Planet mehr als ein Mal gewandelt. In diesem Heft kann man die Seiten in der Luft lesen. Ein Blick in die Zukunft der Zeitungen?

Micky Maus
Nummer 9 aus dem Jahre 2000, damals kostete das Heft noch 3,20 DM, hatte als Überraschung ein Extra-Blatt beigelegt, der Titel Die witzige Zeitung für coole Kids. Unglaublich, aber fast wahr wird in großen Lettern (wie bei BILD) auf Skandale und Sensationen hingewiesen. So wurde Strauß Egon ein Game Boy eingepflanzt. Comics fehlen im Extra-Blatt genauso wenig wie Rätsel und das Fun-Foto der Woche. Auch noch heute herrlicher Lesespaß im Zeitungsdesign.

Spirou und Fantasio

Zusammen mit seinem Freund Spirou hat der Reporter Fantasio überall auf dem Erdball spannende Abenteuer zu bestehen.

Reporter Fantasio erhebt sich über die Sportredaktion.

Reporter Fantasio erhebt sich über die Sportredaktion.

Aber auch im verträumten Rummelsdorf sorgen die Erfindungen des Grafen Adalbert oder die Pläne des Zyklotrop oft für turbulente Zwischenfälle. Die Abenteuer von Spirou und Fantasio gehören zu den erfolgreichsten humoristischen Abenteuer-Comics in Europa, vergleichbar mit Tim und Struppi und Asterix. Im ersten Band mit dem Titel Der Zauberer von Rummelsdorf aus dem Jahre 1977 macht Fantasio auf Seite 41 eine abfällige Bemerkung über die Zeitungsfritzen. Reporter haben sich schon damals, und nicht nur im Comic, als etwas besseres gefühlt. Edelfedern vs. Schreibknechte, Comics in Zeitungen erzählen und zeigen viele Facetten der Mediengeschichte.


Tipp: Comic-Ausstellung im Ingersheim

Ab Freitag, 20. November, wird im Ingersheimer Rathaus eine Comic-Ausstellung zu sehen sein. Dort wird unter anderem die andere Seite dieses Beitrages gezeigt. Dann heißt es nicht Zeitungen in Comics, sondern Comics in Zeitungen.

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